FKK-Sportvereine und ihre Landesverbände sind über
den DFK in den DOSB-Gremien eingebunden.

 Sport in der Freikörperkultur

Spiel und Sport ganz unbekleidet? Natürlich! Als Mitglied im Deutschen Verband für Freikörperkultur (DFK) haben wir uns der Ausübung des Aktiven- und besonders des Breiten- und Familiensports angeschlossen. Aber warum wollen wir ausgerechnet nackt Sport treiben? Das ist im Grunde einfach nachzuvollziehen und hat zugleich zahlreiche Gründe:

Im alten Griechenland beispielsweise war es eine Selbstverständlichkeit, unbekleidet Sport zu treiben. In dem Wort Gymnastik steckt das altgriechische Wort γυμνός, sprich: gymnós, zu Deutsch: nackt, unbekleidet. Auch das heutige Gymnasium hat seinen Namen daher. Ein γυμνάσιον (Gymnasion) war eine Bildungsstätte, in der man sich hauptsächlich in der körperlichen Ertüchtigung übte. Dass man dabei nichts anhatte, war den alten Griechen selbstverständlich. Die Perspektive war eher umgekehrt: Warum sollte man beim Sport Kleidung oder andere Textilien tragen, wenn sie keinen Nutzen haben und keinen Zweck erfüllen? Um dies nachvollziehen zu können, müssen wir uns vor Augen halten, dass die Menschen der Antike den nackten Menschen begrifflich nicht in einem Maße in ihrer Gedankenwelt verankert hatten, wie wir es heute gewohnt sind: Denn dem Menschen fehlt im eigentlichen Sinne nichts, wenn er unbekleidet ist.(1) Er ist lediglich ohne Kleidung(2) – was unter Umständen und sicherlich beim Sport durchaus von Vorteil sein kann. Und so sahen es die Menschen damals auch: Man war an einer freien und ungehinderten sportlichen Tätigkeit interessiert – nicht mehr und nicht weniger!
In unserer heutigen Zeit wiederum kommt noch das Bedürfnis nach Freiheit hinzu. Dieses hatten die alten Griechen sicherlich auch, nur mussten sie es damals nicht verteidigen und rechtfertigen. Aus all dem wird nun ersichtlich, dass sich Menschen deshalb in einem FKK-Verein zusammentun, um ohne lästige Hintergedanken, wie sie heute auf gesellschaftlicher Ebene leider bestehen, unbekleidet sportlichen Tätigkeiten nachgehen zu können.(3) Warum, so wird hier die Frage noch einmal explizit aufgeworfen, soll ich bei warmer Witterung eine Trainingshose oder ein atmungsaktives Trainingsoberteil anhaben, wenn die genannten Textilien den erhofften Transpirationseffekt nicht leisten? Hiermit ist wohlgemerkt nicht gesagt, dass diese sogenannte Funktionsbekleidung generell unnötig ist. Aber wenn wir ehrlich sind, müssen wir zumindest bei der Beobachtung der gängigen Praxis, sich während des Sports möglichst vieler Kleidungsstücke zu entledigen, zu dem Schluss kommen, dass Textilien zumindest bei warmer Witterung somit an jeder Körperstelle keinen Sinn machen.(4) Nimmt man nun diese Tatsache zusammen mit dem Freiheitsbedürfnis, dies auch machen zu können, weil es dem Menschen im Wesentlichen eigentümlich ist, Kleidung nach Bedarf an-, aber auch wieder abzulegen – eine Möglichkeit übrigens, die den Menschen tatsächlich von Tieren un-terscheidet –, dann wird Spiel und Sport zu einem echten menschlichen Erlebnis! Vor diesem Hintergrund wird auch klar, dass Teamgeist und sportliche Fairness mit der Akzeptanz des Menschen als solchen einen noch höheren Stellenwert erhält. Denn wenn die gegenseitige Respektierung auch auf ästhetischer Ebene Bestand hat, dann ist das (sportliche) Miteinander von ehrlicherem und damit höherem Wert.
Gerade beim Spiel im Team ist das Gefühl, sich selbst sein zu können, ein großartiges Erlebnis. Es verleiht ein ungestörtes Körpergefühl der Freiheit. Natürlich ist es auch etwas Schönes, nackt in der Sonne zu liegen. Aber speziell bei Spiel und Sport und der damit verbundenen Interaktion mit anderen erreicht das Moment der Freiheit seine höchste Qualität – wenn beides, FKK und Sport, zusammenkommt. Denn in beidem finden sich neben der Freiheit auch eine verstärkte Selbstachtung und der Respekt gegenüber anderen.
In diesem Sinne ist unser Motto:

FKK-Sport – nackt sind wir auf zack!

 

Weitere Interessante Gedanken zur Freikörperkultur finden sich hier!


(1) Wer eine nähere Erläuterung dieser These möchte, vergleiche besonders das Essay In der Freikörperkultur gesehen werden wollen ist nicht gleichzusetzen mit sich zeigen wollen. Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen, noch einen weiteren Beleg zur Untermauerung der These anzuführen, dass im Lateinischen und Altgriechischen die Wörter nackt oder entblößt (nudus bzw. gymnós) durchaus geläufig waren, jedoch keine Anwendung in Bezug auf den Menschen fanden. Dies ist ein Indiz, den ich im besagten Essay herausgearbeitet habe, dass der Mensch der Antike den Menschen ohne Kleidung nicht als nackt in unserem heutigen Sinne empfand. Lat. Beispiele: Verres fana omnibus donis ornamentisque nudavit (Verr. II 5, 184): Verres stahl aus den Tempeln alle Weihgeschenke und jeglichen Schmuck. Oder: Nudus sum a propinquis (p. red. Ad Quir. 7(16): Ich bin ohne Verwandte.

(2) Ohne die er sich nach wie vor vollständig als Mensch fühlt. Zum Vergleich: Beim Verlassen der Wohnung empfindet sich der Mensch schließlich auch nicht als nackt, nur weil er das Gebäude, das ihm die Notwendigkeit des Wohnens bietet, verlässt. Vielmehr ist es doch so, dass er, wenn diese Möglichkeit des Verlassens nicht bestünde, sich unfrei fühlte.

(3) Es ist ein Defizit in unserer Gesellschaft, dass dieses Bedürfnis nicht insgesamt als ein selbstverständliches zur Geltung kommt.

(4) Sinnvoll hingegen kann beispielsweise ein Sport-BH sein. Diese Anmerkung ist wichtig, um damit zu zeigen, dass die Anhänger der Freikörperkultur nicht blind gegenüber einer zweckmäßigen, manchmal vielleicht sogar notwendigen Textilbedeckung sind. Der Unterschied zu Nicht-FKKlern liegt, um es hier hervorzuheben, im Motiv, das der Meinung zugrunde liegt, dass Textilien notwendig seien.

 

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